Red Hat Enterprise Linux 5 Server
Red Hat Enterprise Linux steht für Server in zwei Ausführungen bereit. Die Einstiegsversion Red Hat Enterprise Linux Server eignet sich für kleinere Installationen, während Red Hat Enterprise Linux Advanced Platform für den Großteil unserer Kunden gedacht ist, die eine extrem kosteneffiziente, flexible und skalierbare Systemumgebung wünschen. Im Kern beider Versionen steckt natürlich dieselbe Technologie. Und beide enthalten eine komplette Palette von Open Source-Serveranwendungen sowie Virtualisierungsfunktionen.
Red Hat Enterprise Linux Server: Details
Virtualisierung
Die Grundversion von Red Hat Enterprise Linux Server unterstützt paravirtualisierte Gastbetriebssysteme für Red Hat Enterprise Linux 5 und Version 4, Update 5. Außerdem unterstützt es vollvirtualisierte Gäste für alle Versionen von Red Hat Enterprise Linux. Drittanbieterbetriebssysteme können ebenfalls gehostet werden.
Unterstützt werden bis zu 4 Gastbetriebssysteme. Paravirtualisierte Gäste können auf jedem 32-Bit-x86- (mit PAE-Unterstützung) und 64-Bit-x86-System konfiguriert werden. Vollvirtualisierte Gäste erfordern Hardwaremerkmale, wie sie die Intel Virtualization Technology und AMD-V-Prozessoren bieten.
Vorteile:Virtualisierungssysteme bieten zahlreiche interessante Vorteile:
- Kostensenkung durch Serverkonsolidierung, verbunden mit Einsparungen in den Bereichen Stromverbrauch, Kühlung, Wartung und Drittanbietersoftware.
- Verbesserte Verfügbarkeit und Schnelligkeit der Anwendungen dank flexibler Ressourcenverwaltung.
- Schnelle und kostengünstige Aufrüstung der IT-Umgebung als Reaktion auf neue Geschäftsanforderungen.
- Lesen Sie die Red Hat Whitepapers und erfahren Sie mehr über die Virtualisierungsmöglichkeiten.
Verwaltung der Virtualisierung
Für die Virtualisierung sind umfassende Verwaltungsfunktionen im Paket enthalten:
- libvirt: programmierbare Verwaltungsbibliothek für eine Unabhängigkeit vom Hypervisor
- virsh: skriptfähige Befehls-Shell
- Red Hat Network Erweiterungen zur Verwaltung von Gastrechten
- virt-manager: grafische Oberfläche für Virtualisierungsfunktionen (Erstellen, Starten, Anhalten, Unterbrechen, Wiederaufnehmen, Überwachen usw.)
Einfache, umfassende Verwaltung virtualisierter Umgebungen.
Unterstützte Architekturen und Umgebungen
Red Hat Enterprise Linux unterstützt die folgenden Systemarchitekturen und Installationsumgebungen:
Typische Serverumgebungen
- Einzelner Server
- Großer SMP "Scale-Up"-Server
- Bladeserver
- Hochverfügbarer Cluster-Server
- Rackserver
- Fehlertoleranter Server
- HPC "Scale-out"-Server
- Großrechnerserver
Unterstützte Architekturen
- Intel und AMD x86/x86-64
- Intel Itanium2
- IBM POWER
- IBM z-Series und S/390
Häufige Einsatzarten
| Typische Anwendungen | Vorteile |
|---|---|
| Datei-/Druckserver | Bietet Datei- und Druckserverdienste für Microsoft® Windows®-Clients, inklusive Active Directory-Integration und neuer Unterstützung für verschachtelte Gruppen. Bietet Druck- und Dateiserverdienste für UNIX®-Umgebungen, mit NFSv4- und AutoFS-Unterstützung, einschließlich authentifizierter Bindungen und gemeinsam genutzter Zuordnungstabellen. |
| Webserver | Der auf Red Hat Enterprise Linux Apache basierende HTTP-Server bietet hohe Leistung, herausragende Sicherheit und eine umfangreiche Sammlung optionaler Plugins. |
| Anwendungsserver | Der in Red Hat Enterprise Linux enthaltene Apache Tomcat Servlet-Container gilt als Referenzimplementierung und unterstützt große, strategisch kritische Webanwendungen. |
| Datenbankserver | Wählen Sie zwischen den in Red Hat Enterprise Linux enthaltenen Open Source-Datenbanken MySQL und PostgreSQL oder setzen Sie ein Fremdprodukt von Anbietern wie Ingres, Sybase oder Oracle ein. |
| Netzwerkinfrastrukturserver | Red Hat Enterprise Linux bietet eine vollständige Anwendungsreihe für Netzwerkdienste, einschließlich DHCP, DNS, Firewall usw. |
Kernel
Red Hat Enterprise Linux 5 basiert auf dem Linux-Kernel 2.6.18 und enthält zahlreiche Verbesserungen zu den Vorgängerversionen. Dazu gehören im Einzelnen:
- Pro Warteschlange umschaltbare Ad-Hoc-E/A-Scheduler
- Leistungsstarke Pipe-Implementierung
- IPv4/IPv6-Leistungsverbesserungen
- Unterstützung von Shared-Cache- und Multicore-Systemen
- Erweiterungen im Kernel SMP Locking für verbesserte Skalierbarkeit und Leistung
Verbesserte Leistung und Skalierbarkeit in allen Bereichen – Speicher, CPUs, E/A, Netzwerk.
Sicherheit
Security Enhanced Linux (SELinux) unterstützt MLS- (Multi Level Security) Richtlinien.
Die Services von Red Hat Enterprise Linux 5 werden mit zielgerichteten, standardmäßig aktivierten Richtlinien bereitgestellt.
Deutliche Verbesserungen der Benutzerfreundlichkeit bietet die Einführung des SELinux Troubleshooters, ein Analysesystem mit grafischer Benutzeroberfläche, das Systemadministratoren die notwendigen Maßnahmen bei auftretenden Sicherheitswarnungen aufzeigt.
Diese Distribution basiert auf dem "Fortify-Source"-Compiler-Flag, das eine striktere Laufzeitüberprüfung der Puffergrenzen bietet und damit die allgemeine Systemsicherheit verbessert.
Vorteile:Red Hat Enterprise Linux bietet die höchste standardmäßige Sicherheit der Branche. Gleichzeitig wurde die Sicherheitsverwaltung deutlich vereinfacht.
Auditing
Auditing
Überwacht Aktivitäten und Veränderungen am gesamten System: Dateisystemoperationen, Prozesssystemaufrufe, Benutzereingriffe wie Kennwortänderungen, hinzugefügte/gelöschte/geänderte Benutzerkonten, Verwendung von Authentifizierungsdiensten sowie Konfigurationsänderungen (z.B. Änderung der Uhrzeit). Bietet leistungsfähige Such- und Protokollierungswerkzeuge sowie eine einzigartige Echtzeitschnittstelle, mit der Anwendungen ohne Verzögerung Ereignisse analysieren und entsprechend reagieren können.
Vorteile:Mit den Auditing-Funktionen erfüllt Red Hat Enterprise Linux 5 Zertifizierungen der US-Regierung wie CAPP/LSPP und NISPOM. Außerdem unterstützt das Auditing Unternehmen bei der Einhaltung behördlicher Vorschriften wie Sarbanes, Oxley und HIPPA.
Dateisysteme und Datenspeicher (Virtualisierung)
Dateisysteme und Datenspeicher (Virtualisierung)
Um die Systemerweiterung und -virtualisierung zu vereinfachen, enthält Red Hat Enterprise Linux 5 einzelne System-/Gastversionen drei unterschiedlicher Technologien für verteilte Systeme:
- Logical Volume Manager (LVM): zur Erstellung und Verwaltung virtueller Datenträger
- Global File System (GFS): ein leistungsfähiges, skalierbares, POSIX-konformes Dateisystem. GFS unterstützt Dateisysteme mit einer theoretischen Kapazität von bis zu 8 EB.
- Distributed Lock Manager (DLM): eine ausgefeilte Schnittstelle zur Anwendungssynchronisierung.
Einzelsysteme oder virtuelle Gäste, die diese Technologien nutzen, können einfach für den Betrieb in Konfigurationen mit mehreren Systemen und Gästen vorbereitet werden, indem ein Upgrade auf Red Hat Enterprise Linux Advanced Platform erfolgt, das Multisystem- und Multigastversionen (Cluster-weit) von LVM, GFS und DLM enthält. Diese nahtlose Migration vermeidet beim Umstieg vom Einzelserver zu einer Multisystem- oder virtualisierten Konfiguration zusätzlichen Aufwand wie die Neuzuordnung der Speichersubsysteme, die Neuformatierung von Festplattenpartitionen oder das Anpassen der Routinen für die Anwendungssynchronisierung.
Vorteile:Upgrade von kleinen, nicht-virtualisierten Systemen auf größere Konfigurationen unter Beibehaltung einer durchgängigen Konfiguration von Dateisystem und logischen Laufwerken.
Dateisysteme und Datenspeicher (allgemein)
Dateisysteme und Datenspeicher (allgemein)
Im Paket sind zahlreiche neue Funktionen enthalten:
- Das Ext3-Dateisystem unterstützt nun auch 16-TB-Dateisysteme.
- iSCSI und Fibre Channel können während der Installation konfiguriert werden.
- OpenAIS – ein Standard-API, das viele Fehlertypen in Anwendungen, Middleware-Komponenten, Betriebssystemen und der Hardware ausblenden kann, indem es ein einfaches Framework bereitstellt, mit dem Entwickler redundante Anwendungen erstellen können.
- Dm-crypt bietet die Verschlüsselung von Speichergeräten auf Blockebene.
Erweiterte Skalierbarkeit und Sicherheit der Datenspeicher kombiniert mit vereinfachter Konfiguration.
UNIX-Interoperabilität
UNIX-Interoperabilität
Neue AutoFS- und NFSv4-Funktionen für die UNIX-Interoperabilität:
- Direct Map-Unterstützung: für die Kompatibilität mit UNIX-Umgebungen.
- Lazy-mount und unmount: senkt deutlich die Zahl gleichzeitiger Mounts auf Client-Systemen und erlaubt damit eine effiziente Implementierung in großen NFS-Infrastrukturen.
- Die Maps können gemeinsam mit Sun Solaris, HP/UX, IBM AIX und anderen UNIX-Systemen genutzt werden.
- Authentifizierte Bindungen mit LDAP-Servern mittels Kerberos, Digest-MD5 usw.
- Deutliche NFSv4-Erweiterungen in punkto Leistung, Stabilität und – dank SecureNFS – Sicherheit sowie serverseitiger Delegation.
Sichere und extrem leistungsfähige Interoperabilität mit UNIX-Umgebungen.
Microsoft Windows-Interoperabilität
Microsoft Windows-Interoperabilität
Samba bietet Interoperabilität mit Microsoft Windows-Datei- und Drucksystemen (CIFS). Zu den neuen Leistungsmerkmalen gehört die verbesserte Integration in das Microsoft Active Directory® z.B. dank einer einheitlicheren Benutzer- und Gruppenzuordnung sowie einer verbesserten Unterstützung verschachtelter Gruppen. Aufwändige Entwicklungsarbeiten und zahlreiche Erweiterungen haben die Qualität und Stabilität des gesamten Subsystems verbessert.
Vorteile:Robuste und kompatible Integration in die Datei-/Druck- und Authentifizierungsumgebungen von Microsoft Windows.
Compiler und Toolchain
Compiler und Toolchain
Red Hat Enterprise Linux 5 bietet die GCC 4.1- und Glibc 2.4-Toolchain. SystemTap und Frysk-Kernelmodus sowie Usermodusprofile und Debugging-Tools vereinfachen die Anwendungsentwicklung.
Vorteile:Optimierte Compiler und Tools verbessern die Leistungsfähigkeit von Anwendungen und optimieren die Softwareentwicklung.
Kompatibilität
Kompatibilität
Red Hat Enterprise Linux 5 enthält Kompatibilitätsbibliotheken, mit deren Hilfe Anwendungen, die für Version 3 und 4 entwickelt wurden, ohne Neukompilierung laufen können.
Vorteile:Usermode-Anwendungen müssen nicht neu erstellt werden.
Verwaltung
Verwaltung
Red Hat Network Up2date wurde durch die Brachenstandards Yum (Updater) und Pup (grafische Benutzeroberfläche) ersetzt. Ein Yum-Plugin bietet Zugriff auf die Content-Kanäle des Red Hat Network.
Vorteile:Verbesserte Softwareinstallations- und Updatemodule im Branchenstandard. Direkter Zugriff auf öffentliche Softwarequellen.
